EU-Observatorium zur sozialen Lage, Demografie und Familie
Das EU Observatory (1998-2004)
Das EU-Observatorium zur sozialen Lage, Demografie und Familie (EU Observatory on the Social Situation, Demography and the Family), das Entwicklungen in den damaligen EU-15-Mitgliedstaaten verfolgte, nahm 1989 unter dem Namen „Observatorium für nationale Familienpolitik“ (Observatory on National Family Policies) seine Arbeit auf. Die Beobachtungsstelle wurde von der Europäischen Kommission eingerichtet – auf Grundlage der Schlussfolgerungen des für Familienfragen zuständigen Ministerrates vom 29. September 1989 sowie der von der Kommission angenommenen Mitteilung KOM(89) 363 end über Familienpolitik.
In den ersten zehn Jahren zeigte sich, dass eine ausschließliche Konzentration auf Familienpolitik zu eng gefasst war und weitere Politikfelder von zentraler Bedeutung sind. Vor diesem Hintergrund wurde der thematische Aufgabenbereich der Beobachtungsstelle 1999 ausgeweitet. Die damit verbundene Namensänderung markierte den Übergang von einer engen familienpolitischen Ausrichtung hin zu einer breiteren sozialwissenschaftlichen Perspektive, bei der die Familie als Ausgangspunkt diente.
Im ersten Jahr wurde die Beobachtungsstelle vom Institut de l’Enfance et de la Famille in Paris koordiniert. Von 1990 bis 1994 übernahm die Katholische Universität Leuven diese Aufgabe, anschließend bis 1997 die sozialpolitische Forschungsabteilung der Universität York. Von 1998 bis 2004 lag die Koordination beim Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien. Im Jahr 2004 wurde die Beobachtungsstelle in dieser Form von der Europäischen Kommission aufgelöst.
Das Gremium bestand aus unabhängigen Expertinnen und Experten – jeweils eine Person pro EU-15-Land –, die nicht als Ländervertreter, sondern als renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Soziologie, Demografie, Statistik, Ökonomie und anderen Sozialwissenschaften tätig waren. Sie verbanden fachliche Exzellenz mit detaillierter Kenntnis der jeweiligen nationalen Kontexte und arbeiteten ausschließlich ihrer wissenschaftlichen Expertise verpflichtet.
Die Beobachtungsstelle wurde von der EU als Instrument der Politikberatung eingerichtet. Zu ihren Hauptaufgaben zählten:
- die Beobachtung politischer Entwicklungen in Europa, die die soziale Situation, Demografie und Familie betreffen;
- die Analyse politischer Handlungsansätze sowie der Auswirkungen familienpolitischer Maßnahmen;
- die Beobachtung demografischer, sozioökonomischer und politischer Veränderungen mit Auswirkungen auf Familien;
- die Förderung des wissenschaftlichen Diskurses zu sozialer Lage, Demografie, Familie und entsprechenden politischen Maßnahmen.
Einige Veröffentlichungen des Observatoriums
- Families in EU-15, policies, challenges and opportunities, ÖIF Materialien, Heft 23, 2004
- Quality of Life and Social Quality, ÖIF Working Paper 12, 2002
- Publikationsreihe ‘Family Observer’ der Europäischen Beobachtungsstelle zur sozialen Situation, Demografie und Familie:
Family Observer 2001 (deutsch)
Family Observer 2001 (english)
Family Observer 2001 (français)
Family Observer 2000 (deutsch)
Family Observer 2000 (english)
Family Observer 2000 (français)
Family Observer 1999 (deutsch)
Family Observer 1999 (english)
Family Observer 1999 (français)