Familiale Beziehungen & Praktiken
Sorgearbeit sichtbar machen (2024)
Um Care-Arbeit in der Familie sichtbar und messbar zu machen, hat sich die Analyse von Zeitverwendungsdaten etabliert. Die vorliegende Analyse geht über die klassische Herangehensweise hinaus. Um sich dem realen Ausmaß der geleisteten Care-Arbeit in Privathaushalten mit minderjährigen Kindern besser anzunähern zu können, werden zur Berechnung der direkten Care-Arbeit zusätzlich alle Aktivitäten berücksichtigt, die gemeinsam mit mindestens einem eigenen Kind durchgeführt werden. Es erscheint nicht sinnvoll, Aktivitäten wie Gesellschaftsspiele, Sport, Gartenarbeit oder die Pflege sozialer Kontakte, die gemeinsam mit eigenen Kindern ausgeübt werden, nicht als direkte Betreuungsarbeit zu werten.
Projektleitung: Andreas Baierl
Arbeitslosigkeit und Familie (2023–2024)
Die psychologische und soziologische Forschung begreift den Verlust des Arbeitsplatzes als krisenhaftes Ereignis, das Folgen für das Individuum, aber auch für dessen soziales Netzwerk haben kann. Dazu gehört naturgemäß auch die Familie. Sie steht im Fokus der vorliegenden Arbeit, die sich damit auseinandersetzt, wie Arbeitslosigkeit und Familie zusammenspielen. Dafür werden zwei Perspektiven berücksichtigt: Es soll einerseits darum gehen, welche Auswirkungen der Wegfall der Erwerbsarbeit im familialen Kontext haben kann und andererseits, inwieweit familiale Strukturen das Ereignis oder das Erleben von Arbeitslosigkeit mitstrukturieren können.
Projektleitung: Christine Geserick
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Arbeitsteilung in Partnerschaften (2023)
Wie teilen Paare die Haushaltstätigkeiten auf? Welche Vorstellungen haben Jugendliche? Und weshalb kann man auch mit einer als ungerecht empfundenen Aufteilung zufrieden sein? Die vorliegende Studie verwendet Daten einer Online-Erhebung im Mixed-Methods Design, an der im Mai 2022 insgesamt 1.577 in Österreich wohnhafte Personen zwischen 16 und 88 Jahren teilgenommen haben.
Projektleitung: Christine Geserick
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DigiGen – The impact of technological transformations on the digital generation (2019–2022)
Im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020 der Europäischen Kommission führte das ÖIF in einem Konsortium das Projekt 'The Impact of Technological Transformations on Children and Youth – DigiGen' durch. Zentrale Fragestellungen befassten sich mit den Auswirkungen der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) auf Kinder und Jugendliche. Das ÖIF war ein Teil eines aus neun Organisationen bestehendes Konsortium.
Projektleitung am ÖIF: Olaf Kapella
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Corona und die Entwicklung von Paarbeziehungen (2022)
Im Zentrum der Studie steht die Frage, inwieweit das erste Jahr der Coronakrise Einfluss auf die Partnerschaftsbiografie hatte. Wie haben Paare und Singles die verschiedenen Lockdown-Phasen zwischen März 2020 und Mai 2021 erlebt? Welche neuen Gewohnheiten, aber auch Konflikte etablierten sich? Hatte die Krise einen Einfluss auf die Partnerschaftszufriedenheit? Wie gingen Singles mit dem Thema Dating und Partnersuche um? Und gab es tatsächlich „Lockdownbabys“ oder „Scheidungswellen“?
Projektleitung: Christine Geserick
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Die Personenbetreuung aus Sicht der Betreuten und Angehörigen (2021)
Rund 25.000 Pflegebedürftige hatten in Österreich 2020 eine Personenbetreuung ("24-Stunden-Betreuung"). Wie erleben sie und ihre Angehörigen dieses Arrangement? Was macht eine "gute" Betreuungsperson aus? Wo gibt es Konfliktpotenzial? Die Grounded-Theory-Studie widmet sich diesen und weiteren Fragen. Die Interviews wurden zu Beginn der Corona-Pandemie geführt und zeigen noch mal mehr, wie sehr die Familien auf die Personenbetreuer/innen angewiesen sind und wie sie agieren, um das Arrangement aufrechtzuerhalten.
Projektleitung: Christine Geserick
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Zum Wohl des Kindes: Konzeptualisierung des „Kindeswohls“ aus unterschiedlichen Perspektiven (2021)
In diesem Bericht wird der Frage nachgegangen, wie das Kindeswohl aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Fachrichtungen konzeptualisiert wird. Wo überschneiden sich die Konzepte und worin liegen die Kongruenzen? Zu diesem Zweck wurden die Sichtweisen von Eltern, Kindern sowie Expert/innen aus dem pädagogischen, juristischen, unterstützenden, beratenden und diagnostischen Bereich erhoben und analysiert.
Projektleitung: Sabine Buchebner-Ferstl
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Demenz und Familie (2019)
Zurzeit leben in Österreich etwa 130.000 Personen, die an einer Form von Demenz erkrankt sind. Die Tendenz ist steigend, vor allem wegen des kontinuierlichen Altersanstiegs in der Bevölkerung. Nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen ist die Demenz-Diagnose mit einer Palette an emotionalen und organisatorischen Herausforderungen verbunden. Eine neue Studie des ÖIF hat untersucht, was die Erkrankung im Familienkontext bedeutet, sei es in einer Eltern-Kind- oder in einer Paarbeziehung: Was ändert sich in diesen Beziehungen und im weiteren Familiengefüge? Wer übernimmt die Sorgearbeit und warum? Wo liegen die Grenzen der empfundenen Verantwortlichkeit? Und welche Tipps würde man anderen Angehörigen mit auf den Weg geben?
Projektleitung: Sabine Buchebner-Ferstl
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Bildungsentscheidungen in der Familie beim Übergang von der Volksschule in die weiterführende Schule (2016)
Das ÖIF hat sich in einer qualitativen Untersuchung mit Bildungsentscheidungsprozessen in der Familie beschäftigt, die maßgeblich für den Bildungsweg des Kindes sind. Dabei wurde auf die richtungsweisende Entscheidung zwischen AHS und Hauptschule/NMS fokussiert. Ziel war es, den Weg der Entscheidungsfindung, die subjektiven Begründungen und die ausschlaggebenden Entscheidungsgrundlagen für die Schulwahl nachzuvollziehen.
Projektleitung: Sabine Buchebner-Ferstl
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Die Arbeit von Männern und Frauen: Eine Entwicklungsgeschichte der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung in Frankreich, Schweden und Österreich (2016)
Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit zielt darauf ab, die Ursachen der länderspezifischen Unterschiede bei den vorherrschenden Geschlechterrollen in Österreich, Frankreich und Schweden darzustellen. Dabei wurde ein historischer Rückblick vorgenommen, der die Entwicklungen der Arbeitsteilung vom 19. Jahrhundert weg bis zu den 1970er Jahren beleuchtet.
Projektleitung: Sonja Dörfler-Bolt
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Vorgeburtliche Beziehungsförderung: Dokumentation von Erfahrungen mit der Methode der Bindungsanalyse (2016)
In den 1990er Jahren entwickelten die beiden ungarischen Psychoanalytiker Hidas und Raffai die Methode der so genannten Bindungsanalyse. Sie begleitet werdende Mütter während ihrer Schwangerschaft und möchte erreichen, dass bereits in dieser Zeit eine positive Bindung zwischen Mutter und Kind aufgebaut wird. Das ÖIF hat sich in einer qualitativ-explorativen Studie der Frage gewidmet, wie Frauen, die eine Bindungsanalyse durchlaufen, diese Zeit erleben, für sich interpretieren und bewerten.
Projektleitung: Sabine Buchebner-Ferstl
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Familienformen in Österreich: Stand und Entwicklung von Patchwork- und Ein-Eltern-Familien in der Struktur der Familienformen in Österreich (2011)
Wer „Familie" sagt, meint meist die „klassische Kernfamilie": zwei leibliche, oft verheiratete Eltern mit zumindest einem Kind in einem gemeinsamen Haushalt. Ein neuer Forschungsbericht gibt auf Grundlage von umfassendem Datenmaterial Einblick in die Entwicklung und den Status quo der unterschiedlichen Lebens- und Familienformen in Österreich. Neben der klassischen Kernfamilie werden Ein-Eltern-Familien und Patchworkfamilien in ihren unterschiedlichen Ausprägungen genauer analysiert.
Projektleitung: Norbert Neuwirth
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Der Übergang zur Dreikind-Familie: Eine qualitative Untersuchung von Paaren mit zwei und drei Kindern (2009)
Das im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend durchgeführte Forschungsprojekt macht sich zur Aufgabe, den Entscheidungsprozess für oder gegen ein drittes Kind nachzuzeichnen und diesbezüglich Erklärungsansätze zu liefern.
Projektleitung: Christiane Rille-Pfeiffer
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Kinship and Social Security in Austria: A social history for the 20th century (2007)
Der Staat und die Familie, einschließlich des gesamten Netzes von Verwandten, sind die beiden wichtigsten Anbieter sozialer Sicherheit im modernen Europa. Wie der Staat bietet auch die Familie dem Einzelnen Betreuung, Bildung und finanzielle Unterstützung. Doch wie interagieren Staat und Familie im Zuge des sozialen Wandels? Auf der Grundlage empirischer Daten und Ergebnissen der historischen Sozialforschung skizzieren die Autorinnen und Autoren die Einbettung von Familie und Verwandtschaft in das österreichische Sozialversicherungssystem, wie es sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelt hat. Diese Darstellung wird durch über 50 Grafiken und Tabellen zu Österreich und ausgewählten europäischen Ländern veranschaulicht.
Projektleitung: Johannes Pflegerl, Christine Geserick
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